Dienstag, 24. April 2012

Iwan Gontscharow - Oblomow

Wieder ein russischer <3-Wälzer, der mich lang genötigt hat und mich noch lang verfolgen wird. Saubere Struktur, einzigartiger Inhalt.

Der Herr Oblomow wird in der Rezeption ja sehr in eine Ecke gedrängt, aber: es steckt ja in jedem ein kleiner Oblomow. (Zumindest ist das meine Theorie von der Welt.) Schließlich ist es ja auch nicht so, dass er sich vollkommen freiwillig seiner Oblomowerei ergibt. Die Olga-Episode zeigt ja, wie es sonst sein kann - aber wenn man sich bemüht, kann man sich an so vielen Sachen stoßen und: aufgeben. Oder: träumen - und auf den einen Tag hoffen.

Ach und einer der Anstöße, warum ich es überhaupt gelesen habe: Yu Jian hat es auch gelesen. Wobei er eher ein Anti-Oblomow sein möchte und wohl auch ist. Und mir wird der Roman als Aufklärungsstück für den kleinen inneren Oblomow noch länger nachhängen -

Randnotiz: Angela S. Choi - Hello Kitty muss sterben

Gerade entgegen momentaner Prinzipien nach der Hälfte geschlossen und für immer weggelegt. So ein blöder, gewaltverherrlichender Scheiß. Nichts mehr.

Samstag, 14. April 2012

Taichi Yamada - Lange habe ich nicht vom Fliegen geträumt


12-Stunden-Buch. Dialoglastig, querverweislastig, schon allein dadurch, dass es ein ähnlicher Fall wie der des Benjamin Button ist. Mut, in Verbotenes abzurutschen; mir hat aber der Mut (oder die Direktheit) des Autors gefehlt, sich der Wandlungen selbst anzunehmen. So wie es ist, ist es mehr ein Märchen. (Und anfangs hat es mich an Fuchsfeen erinnert, dann haben sich die Opferrollen verschoben.)

Sonntag, 8. April 2012

Seltsame Lektüren für seltsame Zeiten

Joseph Roth - Hiob

Fortsetzung, weil auf den Geschmack gekommen. Und schöne rote Buchrücken, kein Durcheinander, weil ich davor JosephRothlos war und mir alles jetzt einheitlich nacheinander kaufen kann. (Je mehr Bücher, desto mehr Wert auf so Scheiß.) Fremde Geschichte, fremde Inhalte, fremde Magie. Ich finde jedes Stück fremde Welt, dass ich mir mit JR hierherein hole, schön.







Milena Michiko Flasar - Ich nannte ihn Krawatte

Nicht gar so fremde Welten und fremde Geschichtsstränge, aber in schöne, neue, unerwartete Sätze verpackt. Die Sätze! Nichts, was wegreißt, nichts Spannendes, aber so etwas wie Poesie von hinten bis vorne.

(Seltsam sind beide Lektüren auf ihre eigene Art - und Seltsamkeit ist ja etwas Schönes.)